

 | Der Kranich |  |

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 |  Behandle diesen Kranich mit Fürsorge, bring ihn in ein Haus in der Nähe, wo er gerne aufgenommen und liebevoll gepflegt wird und für drei Tage und drei Nächte von dir Nahrung erhält.

|  ''Das Leben des Heiligen Columba'' von Adamnan (642-702), neunter Abt nach Columba
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Der Kranich im Glauben der Kelten Das Motiv des Kranichs taucht bei den Kelten zum ersten Mal in der sogenannten Zeit der Urnenfeldbestattungen (1200-1000 v.Chr.) auf, als es üblich war, die Toten zu verbrennen und in tönernen Urnen beizusetzen. Der Kranich wurde auf Münzen und militärischen Gegenständen wie Schwertscheiden, Schilden und Helmen abgebildet und war also primär ein kämpferisches Symbol. Im Glauben der Kelten konnte das Abbild des Kranichs den Feinden die Kraft rauben und den eigenen Kämpfern Glück bringen.  Der heilige Columba hält eine Predigt vor einem keltischen Stamm |
Außerdem stand der Kranich für Missmutigkeit und Unfreundlichkeit: Athirne, ein britischer Barde, entführte nach einer alten keltischen Sage die drei Kraniche der mangelnden Gastfreundschaft vom Hofe des Königs Midir, der in der Anderswelt lebte. Diese Kraniche riefen ''Komm nicht näher!'', ''Geh weg!'' und ''Nähere dich nicht dem Haus!'', sobald jemand versuchte, die Behausung von Athirne aufzusuchen. Jeder der sie auch nur aus der Ferne sah, wurde sofort so geschwächt, dass er an diesem Tag selbst gleichstarken Gegnern unterlegen war. Später kam angeblich ein gottesfürchtiger Mann, der gestärkt durch seine christlichen Gebete Athirne besuchen und ihn von seinem Mangel an Gastfreundschaft befreien konnte. Magie konnte Menschen in Kraniche verwandeln, und dieser Zauber konnte nur durch das Blut eines Stiers aufgehoben werden, denn Kraniche haben zu diesem Tier eine mystische und unerklärliche Beziehung. So wie Reiher sind auch Kraniche dem Element Wasser und der Schilfregion verbunden, doch ihre genaue spirituelle Bedeutung für die Kelten ist heutzutage nicht mehr klar. Der Kranich muss ein heiliges Tier gewesen sein, da es in Irland bis ins späte Mittelalter hinein verboten war, ihn zu verspeisen. Den hohen Stellenwert, den dieser Vogel in Irland genoss, zeigt die Legende vom ''Einsamen Kranich'', die in der Gegend um Mayo bis heute erzählt wird: Angeblich lebt seit dem Anbeginn der Zeit ein Kranich auf der Insel Iniskea, der dort als Wunder Irlands weiterexistieren wird bis zum Ende der Welt. Laut keltischen Legenden pflegte der Heilige Columba einen kranken Kranich bis zur Genesung, da sein christlicher Glaube ihn verpflichtete, sich der Schwachen anzunehmen. Doch er verwandelte auch eine Königin, die sich gegen ihn stellte, als Strafe in einen solchen Vogel, da sein Gott keine Gnade für Ungläubige kannte. |